10_Baton Rouge

Like a star!

Man muss sich auch schon mal was gönnen! So hatten wir uns für eine Nacht im Hilton einquartiert. Wir parkten also vor dem Hotel, um unser Gebäck auszuladen. Sofort kam der „Hotelboy“ und wollte unseren Autoschlüssel. Das war der Park-Service und wir fühlten uns ein „bisserl“ wie Stars. (Nebenbei erwähnt: Das Parken inklusive Service hatte dann doch 40 $ gekostet.)

What a breakfast!
Oh, wir waren dankbar! Bis dato gab es in den anderen Hotels Papp- oder Plastik-Geschirr und durchwegs das gleiche Frühstücks-Angebot mit Eiern, Würstchen oder „faschierten Laberln“, Marmelade, Nutella, Frischkäse, Joghurts, Weißbrot und die Waffeln zum Selbermachen.
Aber wir waren im Hilton! Und wir genossen ein Frühstücksbuffet, das seinesgleichen sucht: mit „echtem“ Geschirr und frischen Früchten und Käse und Wurst und Schwarzbrot und Gemüse und Müsils und … einfach himmlisch.


Relikte einer anderen Zeit

Da wir abends ankamen, warfen wir in der Stadt selbst nur einen näheren Blick auf die USS KIDD (DD-661). Es ist der einzig noch intakte Zerstörer der US-Flotte in World-War-II-Konfiguration und einer der vier verbliebenen Flechter-Class-Zerstörer. Es war definitiv schaurig, wenn man bedenkt, was sich wohl auf dem Schiff im Einsatzzeiten abgespielt haben muss. Das machte uns schon nachdenklich und dankbar, dass wir in anderen Zeiten leben dürfen.


Right before New Orleans

Kurz vor New Orleans standen noch drei Sehenswürdigkeiten mit dem Besuch der Oak Alley, der Destrehan Plantation und eine Swamp Tour auf dem Plan, die wir schon in Österreich gebucht hatten. Damit verbunden, war nun auch die zeitgerechte Anreise. Aber wir schafften alles in time.

Interview mit einem Vampir?

Oak Alley und die Destrehan Plantation bieten einerseits Südstaaten-Romantik pur, aber mit einem unheimlichen Gefühl in der Magengrube – vielleicht kann man es so umschreiben. Die Herrenhäuser der beiden Plantagen sind eingebettet in wunderschönen Gärten mit jahrhundertealten Eichen und mystischen Spanish Moss. Idyllische Orte, an denen aber unsagbares Leid passierte. Die Arbeiterhütten erinnern an diese Tragödien und dürfen keinesfalls vergessen werden. Die Oak Alley-Plantage buchten wir ohne Herrenhaus-Führung.

Gegründet von einem befreiten Sklaven

Bei der Destrehan Plantage hatten wir wieder eine VIP-Führung mit Beverly, die uns die Geschichte sehr intensiv näher brachte. Diese Plantage wurde übrigens von einem befreiten Sklaven gegründet, was damals gar nicht so unüblich war. Allerdings waren diese Master um keinen Deut besser als die „weißen“ Plantagenbetreiber. It‘s all about money. PS.: Beide Häuser waren auch Drehorte zum Hollywood-Block-Buster „Interview mit einem Vampir“.


Im Sumpf des Voodoo

Voodoo und New Orleans sind genauso unzertrennlich wie das Wiener Schnitzel und seine Panier. In den Swamps ist es ist genauso, wie man es sich vorstellt: Alligatoren, verwunschene Zypressenwälder inklusive Gräber von Voodoo-Legenden.

All for the Show? But I want to believe.
Was jetzt „Show“ war oder nicht, das bleibt in den Sümpfen. Speziell in Richtung des Voodoo-Grabes der Julia Brown waren wir schon skeptisch. Fakt ist, dass es die Legende der Julia Brown, einer mächtigen Voodoo-Priesterin, tatsächlich gibt. Als die Priesterin spürte, dass ihr Ende nahte, soll sie vor ihrer Hütte gesessen und gesungen haben: „Eines Tages werd‘ ich sterben. Und die Stadt, die stirbt mit mir.“ Tatsächlich starb Julia einen Tag vor eines verheerenden Hurrikans, der 1915 New Orleans und die umliegende Gegend verwüstete. Sie soll in den Swamps begraben worden sein. Wir fuhren an jenem Grab angeblichen vorbei. Aber wie bei Robert Johnson soll es auch noch andere Grabstätten geben …